Vorschriften & Gesetze
Wichtige Informationen zum legalen Betrieb von Drohnen – übersichtlich zusammengefasst und modern aufbereitet.
Die drei Kategorien
Die Drohnen-Regulierung unterscheidet grundsätzlich zwischen drei Betriebskategorien: offen, speziell und zulassungspflichtig. Die Einteilung richtet sich nach dem Risiko des jeweiligen Einsatzes.
Offene Kategorie
Die große Mehrheit der privaten Drohnenflüge findet in dieser Kategorie statt. Hier ist in der Regel keine vorherige Bewilligung nötig, solange die Regeln eingehalten werden.
Spezielle Kategorie
Diese Kategorie greift dann, wenn Regeln der offenen Kategorie nicht eingehalten werden können oder der Einsatz ein höheres Risiko mit sich bringt. Dafür ist in der Regel eine Genehmigung nötig.
Zulassungspflichtige Kategorie
Diese Kategorie betrifft besonders anspruchsvolle Einsätze mit sehr hohen Sicherheitsanforderungen, etwa spezielle kommerzielle Anwendungen. Für normale Freizeitflüge spielt sie praktisch keine Rolle.
Was gilt in der offenen Kategorie?
1. Registrierungspflicht
Grundsätzlich gilt für Drohnenpilotinnen und Drohnenpiloten eine Registrierungspflicht. Eine typische Ausnahme betrifft sehr leichte Drohnen unter 250 g, wenn sie weder Kamera noch andere Sensoren zur Erfassung personenbezogener Daten besitzen.
2. Schulungen und Zertifikate
Je nach Drohne und Einsatzbereich kann eine Schulung oder ein Zertifikat erforderlich sein. Wer mit schwereren Drohnen fliegt oder außerhalb der einfachsten Bereiche unterwegs ist, muss sich genauer mit A1/A3 oder A2 beschäftigen.
3. Mindestalter
Das Mindestalter beträgt grundsätzlich 12 Jahre. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch ein Flug unter Aufsicht einer geeigneten Begleitperson möglich.
4. Abstand zu unbeteiligten Personen
In der offenen Kategorie darf generell nicht über Menschenansammlungen geflogen werden. Der erforderliche Sicherheitsabstand hängt von der Unterkategorie ab.
- A1 (< 250 g): Überflug unbeteiligter Personen möglichst vermeiden.
- A1 (< 900 g): Gebiet vor dem Flug beurteilen, unbeabsichtigten Überflug vermeiden.
- A2: Kein Überflug unbeteiligter Personen, typischerweise mit klaren Mindestabständen.
- A3: Kein Überflug unbeteiligter Personen und großer Abstand zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten.
5. Maximale Flughöhe
In der offenen Kategorie gilt grundsätzlich eine maximale Flughöhe von 120 m über Grund.
Übersicht zur maximalen Flughöhe und wichtigen Abständen in der offenen Kategorie.
6. Klassenmarkierung / CE-Kennzeichen
Je nach Drohne spielt die Klassenmarkierung eine Rolle. Selbstgebaute Drohnen sind ein Sonderfall, müssen aber trotzdem sicher betrieben werden.
7. Weitere wichtige Punkte
- Gebietseinschränkungen kennen
- Immer Sichtkontakt zur Drohne halten
- Anderen Luftfahrzeugen rechtzeitig ausweichen
- Privatsphäre anderer respektieren
- Ausreichende Haftpflichtversicherung haben
Registrierung & Kennzeichnung
Wo muss ich mich registrieren?
Die Registrierung erfolgt auf der offiziellen Plattform dLIS.
Wie funktioniert die Registrierung?
Mit CH-Login ist die Registrierung normalerweise schnell erledigt. Typischerweise werden dabei Kontaktdaten, ein Identitätsnachweis und Versicherungsangaben benötigt.
- Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum, Telefon
- Ausweisdaten bzw. Identitätsnachweis
- Angaben zur Haftpflichtversicherung
Betreibernummer
Nach der Registrierung erhältst du eine UAS-Betreibernummer. Der sichtbare Teil muss gut lesbar auf der Drohne angebracht werden. Ein zusätzlicher Teil der Nummer bleibt privat.
Drohne kennzeichnen
Deine Drohne muss vor dem Flug korrekt gekennzeichnet sein. Das kann z. B. per wasserfestem Stift, Schild oder Gravur erfolgen – Hauptsache gut sichtbar.
Welches Zertifikat brauche ich?
Für Drohnen unter 250 g ist häufig kein Zertifikat vorgeschrieben. Trotzdem ist es sinnvoll, sich mit den Grundlagen vertraut zu machen. Für schwerere Drohnen oder bestimmte Einsätze werden entsprechende Nachweise erforderlich.
A1/A3
Das Standard-Zertifikat für viele Einsätze in der offenen Kategorie. Schulung und Prüfung können in vielen Fällen online absolviert werden.
A2
Für Einsätze mit engeren Abständen zu unbeteiligten Personen. Dafür ist in der Regel zuerst A1/A3 erforderlich, zusätzlich kommen weitere Lerninhalte hinzu.
STS
Für standardisierte Einsätze in der speziellen Kategorie gibt es zusätzliche Theorie- und Praxisanforderungen. Diese Variante ist eher für fortgeschrittene oder spezielle Anwendungen relevant.
Fliegen in Spanien / innerhalb der EU
Auch wenn viele Regeln innerhalb der EU harmonisiert wurden, solltest du bei Flügen in Spanien trotzdem immer zusätzlich die dortigen nationalen Vorgaben und lokalen Einschränkungen prüfen.
Besonders wichtig sind dabei mögliche Flugverbotszonen, Küstenbereiche, Naturschutzgebiete, Stadtgebiete, kontrollierte Lufträume und regionale Sonderregelungen. Gerade in touristischen Gebieten oder in der Nähe von Flughäfen und Helikopterzonen kann es zusätzliche Einschränkungen geben.
Innerhalb der EU
Registrierungen und Kompetenznachweise aus einem EU-/EASA-System sind in der Regel innerhalb der teilnehmenden Staaten relevant. Trotzdem gilt: Vor jedem Flug immer das Land und die lokale Lage prüfen.
Besonders in Spanien beachten
Küstenorte, dicht besiedelte Gebiete, Naturzonen und touristische Hotspots sind oft sensibel. Auch dort, wo es auf den ersten Blick „frei“ aussieht, kann Fliegen eingeschränkt oder verboten sein.
Nützliche offizielle Links
- BAZL – Bundesamt für Zivilluftfahrt
- dLIS – Registrierung, Training und Prüfungen
- Offizielle Informationen zu Drohnen